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Von Doris Brenner

Worauf Arbeitnehmer sich jetzt einstellen müssen

Viele Beschäftigte haben sich in den vergangenen Jahren an maximale Flexibilität gewöhnt. Arbeiten von zu Hause, weniger Pendelzeit, mehr Freiheit bei der Tagesgestaltung – für viele Arbeitnehmer wurde das Homeoffice schnell zum neuen Standard. Doch inzwischen zeigt sich deutlich: Die Erwartung, dauerhaft zu 100 Prozent remote arbeiten zu können, entspricht in vielen Unternehmen nicht mehr der Realität.

Arbeitgeber holen ihre Mitarbeitenden zunehmend zurück ins Büro. Große Konzerne führen wieder verbindliche Präsenztage ein, manche Unternehmen verschärfen ihre Regeln sogar deutlich. Für Arbeitnehmer bedeutet das vor allem eines: Wer langfristig flexibel arbeiten möchte, muss sich auf neue Spielregeln einstellen.

Dabei verschwindet das Homeoffice keineswegs. Laut dem ifo-Institut arbeiteten Anfang 2025 weiterhin rund 24,5 Prozent der Beschäftigten zumindest teilweise von zu Hause aus. Die Entwicklung zeigt aber, dass vollständiges Remote-Arbeiten die Ausnahme bleibt.

Für Arbeitnehmer lohnt es sich deshalb, die eigene Erwartungshaltung anzupassen. Wer heute einen neuen Job sucht, sollte nicht automatisch davon ausgehen, dauerhaft ausschließlich im Homeoffice arbeiten zu können – selbst dann nicht, wenn Stellenanzeigen zunächst große Flexibilität versprechen. In vielen Unternehmen bedeutet „flexibles Arbeiten“ inzwischen vor allem hybride Modelle: zwei oder drei Tage Homeoffice, dazu feste Bürozeiten.

Wichtig ist außerdem, die Perspektive der Arbeitgeber zu verstehen. Viele Unternehmen argumentieren, dass persönliche Zusammenarbeit wieder wichtiger geworden sei – etwa für kreative Prozesse, die Einarbeitung neuer Kollegen oder den Teamzusammenhalt. Gerade Berufseinsteiger merken häufig selbst, dass reine Remote-Arbeit Nachteile haben kann: spontane Rückfragen entfallen, Kontakte entstehen langsamer und Sichtbarkeit im Unternehmen wird schwieriger.

Für Arbeitnehmer wird deshalb zunehmend entscheidend, wie sie mit dieser Entwicklung umgehen. Wer flexibel bleiben möchte, sollte frühzeitig klare Absprachen treffen und Homeoffice-Regelungen möglichst schriftlich festhalten. Denn ein gesetzlicher Anspruch auf dauerhaftes Arbeiten von zu Hause besteht in Deutschland weiterhin nicht.

Zugleich kann Präsenz im Büro auch Vorteile bringen. Sichtbarkeit bei Führungskräften, bessere Vernetzung und schnellere Karrierechancen spielen in vielen Unternehmen weiterhin eine große Rolle. Beschäftigte sollten deshalb vermeiden, Homeoffice ausschließlich als gewonnenes Freiheitsrecht zu betrachten. In wirtschaftlich schwierigeren Zeiten verschiebt sich in vielen Branchen das Kräfteverhältnis auf dem Arbeitsmarkt ohnehin wieder stärker zugunsten der Arbeitgeber.

Für Arbeitnehmer bedeutet das vor allem: Homeoffice bleibt ein wichtiger Vorteil, sollte aber realistisch betrachtet werden. Wer bereit ist, Flexibilität in beide Richtungen zu akzeptieren, wird langfristig meist bessere Chancen haben als Beschäftigte, die auf vollständiger Remote-Arbeit bestehen.

Dieser Artikel wurde KI-unterstützt, aber mit „Human in the loop“, erstellt.

Autoreninformation

Doris Brenner, Initiatorin und Gründungsvorstand der DGfK Deutsche Gesellschaft für Karriereberatung e.V. arbeitet als Karriereberaterin und Coach.