a

Innere Bilder und Metaphern in der Karriereberatung

Von Elke Wagenpfeil

Innere Bilder und Metaphern eröffnen in der Karriereberatung neue Perspektiven. Sie machen Motive, Werte und Blockaden sichtbar – und unterstützen Menschen dabei, stimmige berufliche Entscheidungen zu treffen.

Mit inneren Bildern und Metaphern berufliche Perspektiven eröffnen

Karriereberatung ist längst mehr als das Optimieren von Lebensläufen oder das Trainieren von Bewerbungsgesprächen. In einer Arbeitswelt, die von Wandel, Unsicherheit und neuen Anforderungen geprägt ist, gewinnt ein Ansatz zunehmend an Bedeutung: das Arbeiten mit inneren Bildern und Metaphern im Coaching. Gerade in der Karriereberatung eröffnet dieser Zugang neue Perspektiven, weil er nicht nur den Verstand, sondern auch Emotionen, Motivation und persönliche Werte anspricht. Wer sich auf diese Form der beruflichen Weiterentwicklung einlässt, kann tiefere Einsichten gewinnen, seine innere Überzeugungskraft stärken und nachhaltige Entscheidungen für die berufliche Neuorientierung treffen.

Innere Bilder wirken oft stärker als rationale Argumente. Sie entstehen aus Erfahrungen, Prägungen und unbewussten Überzeugungen und beeinflussen maßgeblich, wie Menschen ihre Karriere wahrnehmen und gestalten. In der Karriereberatung werden diese Bilder gezielt sichtbar gemacht, um verborgene Motive und Blockaden zu erkennen. Besonders in der Analysephase eines Coaching-Prozesses zeigt sich, wie kraftvoll diese Methode ist. Statt nur über Stärken und Schwächen zu sprechen, entwickeln Klientinnen und Klienten ein Bild davon, wie sie sich selbst im beruflichen Kontext sehen. Dieses Bild liefert oft tiefgreifendere Hinweise als jede klassische Kompetenzanalyse.

Innere Bilder als Kompass

Auch bei der Zielklärung spielt die Arbeit mit Metaphern eine zentrale Rolle. Wer sich beruflich neu orientieren möchte, steht häufig vor der Herausforderung, diffuse Wünsche in konkrete Ziele zu übersetzen. Ein inneres Bild kann hier als Kompass dienen. Es macht sichtbar, was wirklich wichtig ist, und hilft, Prioritäten zu setzen. In der Entscheidungsfindung unterstützt dieser Ansatz, indem er verschiedene Optionen emotional erfahrbar macht. Statt nur Pro- und Contra-Listen zu erstellen, können Klientinnen und Klienten spüren, welcher Weg sich stimmig anfühlt. Im Coaching-Prozess selbst schließlich dienen Metaphern dazu, Veränderungen zu verankern und neue Denk- und Handlungsmuster zu entwickeln.

Eine aktuelle empirische Studie von Linda Steyn und Antoni Barnard aus dem Jahr 2024, veröffentlicht im SA Journal of Industrial Psychology, untersucht die Rolle von Metaphern im Coachingprozess und deren Einfluss auf berufliche Selbstklärung. Die Forschenden zeigen auf Basis qualitativer Interviews, dass Klientinnen und Klienten ihre beruflichen Erfahrungen und Entscheidungsprozesse spontan in Form von Metaphern und inneren Bildern strukturieren, um komplexe Identitätsfragen verständlich zu machen. Diese metaphorischen Bilder fungieren als Reflexionsinstrumente, die neue Einsichten über berufliche Rollen, Ziele und Handlungsmöglichkeiten ermöglichen. Besonders relevant ist, dass Metaphern im Coaching nicht nur beschreibend wirken, sondern aktiv Transformationsprozesse anstoßen, indem sie Selbstwahrnehmung, Entscheidungsfähigkeit und Handlungssicherheit stärken. Insgesamt kommt die Studie zu dem Schluss, dass die gezielte Arbeit mit Metaphern im Coaching ein wirksamer Hebel ist, um berufliche Identitätsentwicklung und fundierte Entscheidungen nachhaltig zu fördern.

„Was ich als kleines Kind werden wollte“ – die Wirkkraft des Bildes vom ersten Berufswunsch

Wie ein solcher Prozess in der Praxis der Karriereberatung aussehen kann, verdeutlicht folgendes Beispiel. Eine Klientin kommt mit dem Wunsch nach beruflicher Neuorientierung ins Coaching. Sie ist unzufrieden in ihrem aktuellen Job, kann aber nicht genau benennen, in welche Richtung sie sich entwickeln will. Im Rahmen der Analyse wird sie gebeten, sich an ihren ersten Berufswunsch als Kind zu erinnern und das dazugehörige innere Bild zu beschreiben. Sofort sieht sie sich als Lehrerin in einem Klassenzimmer. Doch es war nicht das Unterrichten selbst, das sie damals faszinierte. Vielmehr erinnert sie sich daran, wie sie gedanklich Sitzpläne erstellte und überlegte, welches Kind neben welchem sitzen sollte, damit beide voneinander profitieren konnten.

Dieses Bild entfaltet im Coaching eine enorme Wirkung. Die Klientin erkennt, dass ihr eigentliches Motiv darin liegt, Menschen so zusammenzubringen, dass sie sich gegenseitig fördern und ihre Potenziale entfalten können. Dieses tiefe Verständnis verändert ihren Blick auf ihre berufliche Weiterentwicklung grundlegend. Plötzlich ergeben sich neue Optionen, die zuvor nicht sichtbar waren. Am Ende des Coaching-Prozesses entscheidet sie sich für einen internen Wechsel in den Bereich Transformation & Development ihres Unternehmens, in der sie Projektteams zusammenstellt und Prozesse gestaltet. Die Verbindung zwischen ihrem inneren Bild und ihrer neuen beruflichen Rolle gibt ihr eine starke innere Klarheit und Sicherheit – auch für ihre zukünftige berufliche Entwicklung.

Metaphern als Motor zur Veränderung

Ein zweiter Praxisfall – dieses Mal aus dem Führungskräfte-Coaching – verdeutlicht, wie Metaphern auch den Führungsstil nachhaltig verändern können. Eine erfahrene Führungskraft sucht Unterstützung, weil er sich zunehmend unter Druck fühlt und seine Rolle als belastend empfindet. In der Analyse beschreibt er sein inneres Bild von Führung als das eines Löwenbändigers. Er sieht sich selbst in der Manege, umgeben von wilden Tieren, die er kontrollieren muss. Dieses Bild erklärt seine Anspannung, seinen Kontrollanspruch und seine ständige Wachsamkeit.

Im Coaching wird dieses Bild hinterfragt und weiterentwickelt. Die Führungskraft erkennt, dass diese Metapher nicht mehr zu ihrem gewünschten Führungsstil passt. Gemeinsam wird ein neues inneres Bild entwickelt: das eines Gärtners. In dieser Vorstellung versteht er seine Mitarbeitenden als Pflanzen, die unterschiedliche Bedürfnisse haben und individuell gefördert werden müssen. Seine Aufgabe besteht nun darin, optimale Bedingungen für Wachstum zu schaffen, statt Kontrolle auszuüben. Dieses neue Bild verändert nicht nur seine Haltung, sondern auch sein Verhalten im Alltag. Gespräche werden wertschätzender, Entscheidungen klarer und die Zusammenarbeit im Team wird deutlich produktiver.

Innere Bilder und Metaphern machen Verborgenes sichtbar

Diese Beispiele zeigen, dass Karriereberatung und Coaching durch den Einsatz innerer Bilder eine neue Tiefe erreichen können. Gerade in Zeiten, in denen klassische Karrierewege immer seltener werden, ist es entscheidend, die eigene innere Orientierung zu stärken. Metaphern helfen dabei, komplexe Themen greifbar zu machen und nachhaltige Veränderungen anzustoßen. Sie schaffen Zugang zu Ressourcen, die im rein rationalen Denken oft verborgen bleiben.
Am Ende geht es in der Karriereberatung nicht nur darum, den nächsten Job zu finden oder eine erfolgreiche Bewerbung zu schreiben. Es geht darum, eine stimmige Verbindung zwischen Persönlichkeit, Motivation und beruflicher Realität herzustellen. Innere Bilder und Metaphern sind dabei ein wirkungsvolles Instrument, um genau diese Verbindung zu entdecken und zu gestalten. Sie machen sichtbar, was wirklich antreibt, und eröffnen neue Wege für eine erfüllte berufliche Weiterentwicklung.

Fazit: Innere Bilder sind ein wirkungsvolles Instrument in der Karriereberatung und im Coaching, um eine berufliche Veränderung, Neuorientierung und Bewerbung nachhaltig zu gestalten. Sie unterstützen die Analyse, Zielklärung und Entscheidungsfindung, stärken die persönliche Motivation und ermöglichen tiefere Einsichten sowie langfristigen Erfolg.

Autoreninformation

Die Frankfurter Psychologin Elke Wagenpfeil ist Expertin rund um Job & Karriere und Mitglied bei der Deutschen Gesellschaft für Karriereberatung. Viele Jahre hat sie selbst als Personalerin in einem internationalen Konzern Führungskräfte bei Personalbesetzungen weltweit beraten.

Quellen:

https://www.researchgate.net/publication/378934257_The_coaching_experience_as_identity_work_Reflective_metaphors

Passend zum Thema wurde dieser Artikel KI-unterstützt, aber natürlich mit „Human in the loop“ erstellt.

Karriere im KI-Zeitalter

Von Elke Wagenpfeil

Wie künstliche Intelligenz den Arbeitsmarkt verändert – und warum berufliche Weiterentwicklung, ein stetes Auge auf Arbeitsmarkttrends bis hin zur klugen Neuorientierung heute wichtiger sind als je zuvor.

Die Zukunft der Karriere beginnt jetzt

Wer heute über Karriere nachdenkt, denkt zunehmend auch über künstliche Intelligenz nach. In Büros schreiben Algorithmen Berichte, in Fabriken optimieren Systeme Produktionsabläufe, und in Krankenhäusern analysiert Software medizinische Bilder. Für viele Arbeitnehmende entsteht dadurch eine ganz neue Herausforderung: Wie bleibt man in einer Arbeitswelt relevant, die sich immer schneller verändert?

Doch bevor man über die Zukunft spricht, lohnt sich ein kurzer Blick zurück. Prognosen über den Arbeitsmarkt waren schon immer schwierig. Auch in Deutschland gab es immer wieder Berufe, die zunächst als sichere Zukunftswahl galten – nur um wenige Jahre später von einem Überangebot geprägt zu sein. Ein klassisches Beispiel ist der Lehrerberuf. In den 1970er-Jahren sprach man in Deutschland von einer regelrechten „Lehrerschwemme“. Zehntausende AbsolventInnen konkurrierten um wenige Stellen. Einige Bundesländer stellten jahrelang kaum neue LehrerInnen ein. Jahrzehnte später hat sich das Bild komplett gedreht: Prognosen gehen davon aus, dass in Deutschland im Schuljahr 2025/26 rund 35.000 Lehrkräfte fehlen könnten, fünf Jahre später sogar 68.000.

Ein ähnlicher Zyklus zeigt sich in technischen Berufen. Noch Anfang der 2000er-Jahre wurde intensiv dafür geworben, mehr junge Menschen für Informatik und MINT-Studiengänge zu gewinnen. Tatsächlich stieg die Zahl der AbsolventInnen deutlich. Gleichzeitig verändert sich aber auch hier die Nachfrage ständig. So lag der Fachkräftebedarf im MINT-Bereich zeitweise bei über 320.000 fehlenden Fachkräften in Deutschland. Die MINT-Arbeitskräftelücke lag laut IW Köln im Dezember 2025 bei 142.000 Personen, das entspricht 23,2 Prozent niedriger als im Dezember 2024. Viele Hochschulabsolventen stellen dies aktuell fest und berichten von erschwerten Einstiegsbedingungen.

Was bedeutet das für Ihre Karriereplanung? Ganz einfach: Selbst gut gemeinte Prognosen können sich als falsch erweisen. Genau deshalb wird es immer wichtiger, die eigene berufliche Weiterentwicklung aktiv zu gestalten – statt sich allein auf Trends zu verlassen.

Drei Szenarien für den Arbeitsmarkt der Zukunft

Wie genau sich Arbeit im KI-Zeitalter entwickeln wird, ist offen. Studien zur Technologieentwicklung beschreiben jedoch drei plausible Szenarien.

Szenario 1: Die produktive KI-Arbeitswelt

Im optimistischsten Szenario wird künstliche Intelligenz vor allem zu einem Werkzeug, das Arbeitnehmende produktiver macht. Ähnlich wie Computer oder Internet verändert KI den Arbeitsalltag – ersetzt den Menschen aber nicht. Eine internationale Arbeitsmarktstudie der OECD aus 2023 zeigt, dass über 80 % der Mitarbeitenden, die mit künstlicher Intelligenz arbeiten, von einer verbesserten Leistung sprechen. Gerade in Arbeitsbereichen wie Medizin, Industrie oder Marketing könnte sich dadurch die tägliche Arbeit verändern. Ärztinnen und Ärzte nutzen KI bereits bei der Analyse medizinischer Daten. Ingenieure arbeiten mit intelligenten Produktionssystemen. Und im Marketing entstehen Inhalte zunehmend in Zusammenarbeit mit KI-Tools.

Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten im Marketing, in der Verwaltung oder im Projektmanagement. Routineaufgaben wie Protokolle, Analysen oder Präsentationen lassen sich teilweise automatisieren. Was bleibt, sind strategische Entscheidungen, Kreativität und Kommunikation. Für Ihre Karriereentwicklung bedeutet das eine entscheidende Frage: Nutzen Sie diese Werkzeuge bereits – oder überlassen Sie sie anderen?

Szenario 2: Der polarisierte Arbeitsmarkt

Ein zweites Szenario wird in vielen Studien ebenfalls diskutiert: ein stärker gespaltener Arbeitsmarkt in der Form, dass hoch qualifizierte Arbeitnehmende profitieren und niedrig qualifizierte Berufe negative Auswirkungen im Hinblick auf Arbeitsmarkt-Chancen und Gehaltsentwicklung hinnehmen müssen.

Was bedeutet das konkret für Ihre berufliche Zukunft? Viele klassische Routineaufgaben könnten verschwinden. Denken Sie an einfache Sachbearbeitung, Datenerfassung, Standard-Buchhaltung oder repetitive administrative Tätigkeiten. Gleichzeitig entstehen neue Chancen in Bereichen wie Datenanalyse, Cybersecurity, KI-Entwicklung, Bildung oder Gesundheitswesen. In solchen Situationen wird professionelle Karriereberatung besonders wichtig. Wer früh erkennt, wie sich sein Beruf verändert, kann gezielt neue Kompetenzen aufbauen.

Vielleicht stellen Sie sich gerade selbst eine Frage: Wird mein Job in zehn Jahren noch existieren? Die bessere Frage lautet oft: Wie wird sich mein Job verändern?

Szenario 3: Die große berufliche Neuorientierung

Das dritte Szenario ist das radikalste. Hier verändert KI nicht nur einzelne Aufgaben – sondern ganze Berufsbilder. Schon heute entstehen neue Rollen: KI-Trainer, Prompt-Designer, Datenethiker, Automatisierungsberater oder AI-Produktmanager – (m/w/d). Vor wenigen Jahren kannte kaum jemand diese Berufe. Was bedeutet das für Arbeitnehmende? Berufliche Neuorientierung wird zunehmend normal. Viele Karrieren verlaufen nicht mehr linear, sondern bestehen aus mehreren Etappen.

Die Frage lautet also nicht mehr: Werde ich mein ganzes Leben denselben Beruf ausüben? Sondern: Wie oft werde ich mich neu erfinden?

Was Arbeitnehmende jetzt tun können

Die gute Nachricht: Niemand muss diese Veränderungen passiv abwarten. Viele Strategien aus moderner Karriereberatung und Karriere Coaching helfen bereits heute dabei, sich auf den Wandel vorzubereiten.

#1: KI verstehen statt fürchten

Viele Arbeitnehmende erleben KI zunächst als Bedrohung. Doch die entscheidende Kompetenz besteht darin, Ergebnisse kritisch zu prüfen, sie zu verstehen und produktiv einzusetzen.

Wie können Sie das konkret tun? Heute gibt es zahlreiche kostenlose Möglichkeiten zur beruflichen Weiterbildung im Bereich künstliche Intelligenz. Kostenlose Onlinekurse bieten beispielsweise Universitäten und Lernplattformen. Besonders beliebt sind Kurse zu „Prompt Engineering“, Datenanalyse oder Automatisierung. Plattformen wie Coursera, edX oder YouTube bieten komplette Einsteigerprogramme – häufig kostenlos oder sehr günstig. Auch viele Unternehmen stellen interne KI-Trainings bereit. Wer sich aktiv damit beschäftigt, kann seine Produktivität deutlich steigern.

Neben dem Erwerb von KI-Grundlagen macht es Sinn, sich in seinem Fachgebiet eine Doppelkompetenz aufzubauen, so zum Beispiel KI plus Medizin, KI plus Recht oder KI plus Sales. Schon heute zeigen Studien eine deutliche Zunahme an Stellenausschreibungen mit KI-Bezug. Im Personalwesen beispielsweise gehen die Stellenausschreibungen seit 2022 insgesamt zurück, doch HR-Stellenausschreibungen mit KI-Bezug sind seit Anfang 2025 kräftig gewachsen.

#2: Nicht nur Fachwissen – sondern Problemlösung

KI ist hervorragend darin, Informationen zu verarbeiten. Schwieriger wird es, zumindest aktuell noch, bei komplexen Entscheidungen oder kreativen Aufgaben. Deshalb gewinnen Fähigkeiten wie kritisches Denken, Kommunikation, Kreativität und interdisziplinäres Denken an Bedeutung. KarriereberaterInnen sagen, es geht weniger um einzelne Tools, sondern um Denkweisen.

Fragen Sie sich selbst: Können Sie komplexe Probleme strukturieren? Können Sie Teams führen? Können Sie neue Ideen entwickeln? Diese Fähigkeiten bleiben langfristig gefragt.

#3: Karriere aktiv planen

Früher verlief eine Karriere häufig linear: Ausbildung, Berufseinstieg, Aufstieg im Unternehmen. Heute ähnelt eine Karriere eher einem Netzwerk aus Projekten, Rollen und neuen Kompetenzen. Wer seine Karriereplanung aktiv gestaltet, beobachtet Trends, entwickelt neue Fähigkeiten und überprüft regelmäßig seine Position im Arbeitsmarkt.

Stellen Sie sich daher ruhig eine provokante Frage: Wenn Sie heute noch einmal neu anfangen müssten – würden Sie denselben Karriereweg wählen?

#4: Sichtbarkeit erhöhen

In einer digitalen Arbeitswelt wird Sichtbarkeit immer wichtiger. Recruiter suchen heute häufig direkt in Netzwerken nach Kandidaten. Ein professionelles LinkedIn-Profil, sichtbare Projekte oder regelmäßige Weiterbildung können daher entscheidend sein – besonders bei einer Bewerbung.

Viele Personalabteilungen nutzen inzwischen automatisierte Systeme zur Vorauswahl von Bewerbungen. Wer seine Kompetenzen klar kommuniziert und digitale Profile pflegt, verbessert seine Chancen erheblich.

#5: Mut zur beruflichen Neuorientierung

Der vielleicht wichtigste Karriere-Tipp lautet: Veränderung akzeptieren.

Viele erfolgreiche Lebensläufe bestehen heute aus mehreren Karrieren. Manche wechseln von der Industrie in die Beratung. Andere gehen von der Wissenschaft in Start-ups oder von Konzernen in die Selbstständigkeit. Eine berufliche Neuorientierung ist längst kein Zeichen von Unsicherheit mehr – sondern oft ein Zeichen von Anpassungsfähigkeit. Und dies betrifft vielleicht zunehmend nicht nur den Wechsel der Branche, sondern vermehrt der inhaltlichen Ausrichtung.

Ein Job bleibt sicher

Bei allen Unabwägbarkeiten, denn niemand hat eine Glaskugel, bleibt ein Job sicher: Nennen wir ihn den „Self Development Manager“.

Wer bereit ist, permanent Trends in seinem Job zu analysieren, seine Fähigkeiten regelmäßig weiterzuentwickeln, Weiterbildung zu nutzen und seine Karriere aktiv zu gestalten, wird auch im KI-Zeitalter erfolgreich sein. Bis hin zur Überlegung, was Sie tun wollen, wenn die KI irgendwann in der Zukunft jeden Job erledigt und Staaten ein bedingungsloses Grundeinkommen vergeben. Wofür möchten Sie dann Ihre Zeit produktiv und sinnstiftend nutzen? Oder anders gefragt: Wenn sich die Arbeitswelt ohnehin verändert – warum sollten Sie nicht derjenige sein, der den Wandel für sich nutzt?

Zusammenfassung

Die Karriere im KI-Zeitalter erfordert mehr Eigeninitiative als je zuvor. Mit gezielter beruflicher Weiterentwicklung, kluger Karriereplanung und gegebenenfalls einer mutigen beruflichen Neuorientierung können Arbeitnehmende ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt deutlich verbessern – und ihre nächste Bewerbung erfolgreich gestalten.

Autoreninformation

Die Frankfurter Psychologin Elke Wagenpfeil ist Expertin rund um Job & Karriere und Mitglied bei der Deutschen Gesellschaft für Karriereberatung. Viele Jahre hat sie selbst als Personalerin in einem internationalen Konzern Führungskräfte bei Personalbesetzungen weltweit beraten.

How to find a job in Germany without speaking German?

Von Elke Wagenpfeil

Germany is a country offering a broad variety of jobs and for some of them you don’t even have to speak German. During my ten years as a career consultant in Germany, I have supported several customers from all over the world who almost didn’t speak one single German word, but just English.

Before they asked for my help in order to find a new job in Germany, they managed to live and work here for several years. In the beginning I was really surprised how they succeeded in doing so, but let’s face it: most Germans speak at least some English, so you’ll find your way through your normal day buying bread, going to the hairdresser or ordering a meal. Sometimes it might be a bit of a hassle, but when all else fails, resorting to “sign language” usually helps.

Of course, it is advantageous if you speak the language of the country where you live because that improves your job opportunities even more and gives you the chance to get integrated much better. But in this article I just want to focus on how you manage to get a job in Germany if you only speak English.

Ready? Let’s start with the job areas in which you’ll have the best chances of finding a job as an English-only speaker. Recently, I spent several hours on various job boards to find out how many jobs require English alone. For my small mini study which is not scientifically validated, I checked about 2000 job offers in speed reading mode. The bad news first: Many of the jobs required at least a basic knowledge of German, around A1/2 in the European Reference System. But fortunately, there were still many jobs left where you could get ahead with English, and I noticed significant differences between the individual job areas.

What are the best job areas for English-only speakers?

Definitely the highest number of job posts in which no German was required were IT jobs covering the whole range from software development, cloud computing, frontend, backend, DevOps, cyber security to other IT jobs. Just recently I read an article in the “Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung” about the managing director of a mediumsized wholesaler who has now introduced English as the working language in his IT department. In the past, this would have been an unthinkable phenomenon in Germany’s SME sector.

Second highest number of job posts in Germany for (just) English speakers were life science jobs especially in the pharma or biotech industry such as jobs as Pharma-covigilance or Clinical Trial Liaison Manager just to mention a few. No wonder if you consider that most life science companies in Germany are huge global players. People who major in these subjects at a German university, are used to digging through tons of articles, books and studies in English. For this reason, you will always be surrounded by enough English-speaking colleagues.

Third highest number of job posts were research jobs, for example in international research institutes such as Max-Planck (where I used to work long time ago) or at universities. Please note that most positions in this area are temporary. Number four and five in my mini study were global sales and business development jobs and on the other side of the ‘business medallion’ procurement and supply chain jobs. No wonder, since international customers and suppliers are often based in English-speaking countries anyway.

Do the results of my little mini study align with my experience as a career coach?

Absolutely, because most of my English-only speaking clients so far have worked in exactly these job areas. Of course, there are many more jobs for (just) English speakers, but at this point I would like to leave it at the top five which I have already mentioned.

In which industries would English-only speakers will find the best opportunities?

The industries correspond largely with the job areas listed above. The ‘top 5’ are: IT industry Life Science (pharmaceutical, biochemical, biotechnological and chemical industry) Tech and electronics industry Automotive sector Research institutes and universities

Where is it very hard to find a job as English-only speaker?

In all professional areas where you have to have an expert knowledge of German legal principles and regulations, which for the most part are written only in German, it will be extremely difficult to find a job without being fluent in German. This holds true predominantly for jobs in law, accounting, tax and some specific HR-roles requiring a profound knowledge of German labor law. Even as an IT consultant you will have a hard time if you get into companies where your customers are not used to receiving English tech tutorials, for instance in how to enter data in SAP, as is often the case in German small or mid-sized companies. The IT sector may be number one for English-only companies, but in the consulting business, it’s ultimately the language of your clients that counts. In fact, in any customer-facing role such as sales, customer service or customer relationship management which consists primarily of domestic, German-speaking customers, fluent German will most likely be required.

How to find a job in Germany as English-only speaker?

You may start in looking for job boards that offer jobs specifically for English speakers, such as 

  • Englishjobs.de
  • Make-it-in-germany.com.

Or type the term ‘English-speaking’ into the search field of a general job board such as kimeta.de, jobworld.de or just do a Boolean search on Google or LinkedIn (more international than Xing). From my point of view, however, you have to go the extra mile, especially if you are not one of the super sought-after IT specialists. Here are five tips I would like to recommend to you.

Tip # 1: Contact the hiring managers in the desired job field via LinkedIn or directly.

Tip # 2: Network via LinkedIn and build contacts to interesting companies in general and have in mind that every contact can be the gateway to your dream job.

Tip # 3: Contact headhunters who fill specific English-speaking jobs in Germany. But please be aware that headhunters will only act if you are a perfect fit in a current candidate search since they are often flooded with resumes and have to be very good stewards of their time. Please understand that they can’t do extensive consulting or proactive job searches for you.

Tip #4: Consider involving a career advisor in Germany who can support you with your individual job search and application strategy.

Tip #5: Connect with expats from your country of origin and see where they work. You can use LinkedIn or various other expat forums. There is usually a lot of solidarity among expats and you can get one or two helpful tips or other support.

Good luck and all the best for you!

Elke Wagenpfeil

About the author

The Frankfurt psychologist Elke Wagenpfeil is an expert on all aspects of jobs & careers and a member of the German Society for Career Counseling (DGfK). As a coach, she supports people in discovering their talents and on their professional path. For many years, she herself worked as a human resources manager in an international company, advising executives on staffing worldwide.